Insektenhotels gibt es inzwischen immer mehr, und das ist auch gut so!
Aber Insektenhotels zum Mitnehmen? Von kleinen tragbaren Baumscheiben wissen wir das ja schon. Aber warum nicht einmal ein winziges Insektenhotel im Spankorb zusammenbauen? Spankörbe gibt es schließlich in jedem Früchteladen für eine oft nur einmalige Aufgabe. Dann landen sie meistens in der Mülltonne. Schade eigentlich.
Das Insektenhotel im Spankorb:
   Man nimmt etwas Lehm - Gartenerde tut es auch - und verkleistert damit im Spankorb lagenweise hohle Stengel. Die gibt es in der Natur zu Hauf. Man erntet sie im Herbst oder Winter, wenn sie trocken sind. Dem Lehm oder der Gartenerde mische ich ausgekämmte Hundehaare bei. Dann reißt der Lehm beim Trocknen nicht. Ein solches Insektenhotel ist ein prima Anschauungsmittel für Kinder oder für Schüler. Und nicht nur für sie, denn auch Erwachsene schauen fasziniert zu, was diese kleinen "Viecher" so alles können. Natürlich sollte man das Hotel nicht während der Flugzeit von seinem Standort entfernen, dann wäre ja der Sinn und Zweck dieser Insektenunterkünfte verfehlt worden.
Wo es hohle Stengel gibt?
Schilf- oder Getreidestengel zum Beispiel kennt wohl jeder. Knöterich wächst an Uferböschungen und in Wassernähe und bietet viele verschiedene Größen an. In die großen Öffnungen kann man kleinere Hohlstengel stecken. Manche Insekten verschließen mühsam sehr große Öffnungen, wie man auf dem Bild mit dem Schlitz gut sehen kann. Das war einmal ein großer Schlitz in einem Brett. Da war ein Insekt wirklich sehr fleißig. Vielleicht mußte es sich die viele Arbeit machen, weil nichts Besseres im Angebot war. Wir ändern das jetzt! Manche Insekten suchen nach markigen Stengeln, wie sie zum Beispiel der Holunderstrauch bietet. Strohhalme oder Trinkröhrchen aus Plastik sind auch gut verwendbar. Letztere eignen sich besonders gut in dunklen Kästchen, weil man dann das Gelege beobachten kann. Glasröhrchen sind zwar gut zu beobachten aber leider luftundurchlässig. Ich habe schon Berichte gelesen, wonach Insekten darin erstickten.
Als Edel 2006 einen Kleingarten pachtete, räumte sie zuerst die Laube aus:
  Diverse alte Kaffeepötte sollten auf den Müll. Ich hob sie auf, ohne zunächst dafür eine sinnvolle Verwendung zu haben. Bis mir beim Bau meines Insektenhauses im Kleingarten die Idee kam, in jede Tasse ein Miniinsektenhotel zu bauen. Darauf bin ich eigentlich nur gekommnen, weil der Lehm zu Ende ging. Und die letzte Hand voll Lehm wollte ich nicht wegwerfen und tat sie in einen dieser Kaffeepötte. Mit ziemlich wäßrigem Lehm befestigte ich in der Tasse alle noch vorhandenen hohlen Stengel. Als auch die zur Neige gingen, nahm ich vom Komposthaufen noch trockenes Zwiebellauch. Weil auch das noch nicht die Tassen ausfüllte, wurde der Rest zur winzigen Steilwand aus Lehm umfunktioniert. Ein kleines Insektenasyl war so entstanden.
Haben Sie schon einmal daran gedacht, Mohnkapseln zu verwenden?
Natürlich muß man den Samen herausschütteln und die leeren Kapseln dann waagerecht verwenden. Die hier vorgestellte Kapsel bietet 14 Kammern an. Man kann die Mohnkapseln kinderleicht in Lehm oder nasse Erde stecken. Für den besseren Halt beläßt man ein kurzes Stück des Stengels an der Kapsel. Es geht aber auch ohne Stengel. Mohnkapseln findet man auch auf Friedhöfen. Bitte nicht von den Gräbern klauen, sondern auf die Abfallhaufen schauen. Die Idee ist neu (bei mir!), und so konnte ich den Erfolg noch nicht dokumentieren.
Zigarrenschachteln:
   Ich bekam Marzipan in einer Holzschachtel geschenkt und wollte die leere Schachtel nicht wegwerfen. (Ich bin hoffentlich damit noch kein Messie!). Ich bat Edel, beim Einkaufen auf Strohhalme oder Trinkröhrchen zu achten. Und sie wurde fündig. Ich baute die mitgebrachten Kunststoffröhrchen in die ehemalige Marzipanschachtel ein und hoffe, daß ich mir im nächsten Jahr die belegten Zellen aus nächster Nähe betrachten kann. Bei einer Kontrolle im Oktober war ein Röhrchen bereits belegt. Eine Hornisse hatte sich auf dem Rücken liegend zur Winterruhe begeben. Das war eine schöne Überraschung.
Im März 2010 gab es dann noch eine Überraschung: Die Königin wachte aus dem Winterschlaf auf!
Verpackungsmaterial:
  Hier wurde Sperrholz aus Verpackungsmaterial verwendet. Die Hohlstengel waren einmal eine Gartenpflanze. Eigentlich sollte die bis zum nächsten Frühjahr im Garten stehen bleiben. Manche Kleingärtner wollen ihren Gaarten jedoch "sauber" haben und kompostieren oder beseitigen die trockenen Pflanzen gleich nachdem sie abgeblüht sind. Das ist sehr schade, denn so werden den Insekten viele gute Überwinterungsplätze genommen.
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