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 Als ich es einem Bekannten erzählt hatte, wollte er die Insektenunterkünfte auch gleich ansehen und war danach ebenso erfreut wie ich.. Edels Wunsch war immer ein Kleingarten. Und die Gegend, wo der möglichst sein sollte, hatten wir uns schon mehrfach angesehen. Leider war nichts frei. 2007 stand auf einen Zettel gekritzelt an einem Baum ganz in unserer Nähe "Kleingarten zu verkaufen." Das war an einem Freitag - und am folgenden Sonntag hatten wir den Garten samt Laube schon gepachtet. So kann's gehen. Besonders schön, es war ganau dort, wo wir es uns erträumt hatten.
Arbeit gab es vorerst genug, sowohl im Kleingarten als auch in der Laube. Weil es in Kleingärten keine Kanalisation gibt,steht immer in einer Ecke ein stilles Örtchen. Das gibt es auch hier. Es ist aber schon in die Jahre  gekommen und droht langsam aber sicher in des Nachbars Gartern zu kippen. Dem stillen Örtchen vorgelagert war ein 2 1/2 Meter langes Schleppdach. Darunter stand eine kleine Werkbank. Feste Wände gab es nicht, lediglich Sichtschutzelemente, wie man sie zu Hauf in den Baumärkten kaufen kann. In Bodennähe war alles morsch und verfault und ich wunderte mich, daß es noch stand. Kurz und gut, es mußte etwas geschehen, bevor der nächste Sturm alles umbläst.
Mindestens für eine Wand brauchte ich einen stabilen "schaukelfesten" Rahmen, auf dem das kleine Dach sicher aufliegen konnte. Da diese Wand auch noch die Südseite war, wollte ich den Rahmen mit einem Insektenhotel versehen und das Dach etwas darüber hinaus ziehen. Schließlich sollen die Insekten ja nicht beim erstbesten Regen ersaufen.
Insektenhotel ist ja vielleicht etwas geprahlt, Insektenwand oder Insektenasyl wäre wohl zutreffender. Wenn es denn einmal fertig ist, ist es aber eher eine Bude, sozusagen eine Insektenbude. Soweit meine Vorstellungen. Als ich im Herbst 2008 das zu Hause erzählte, fragte mich Edel ein wenig scheinheilig, was ich dazu brauche. Eigentlich nichts, denn ich wollte alles aus dem vorhandenen Material wieder herstellen. Es soll ja möglichst nichts kosten. Und Material liegt genug herum.
Na, irgend etwas wirst du doch noch benötigen?
Es ging auf Weihnachten zu und da könnte man doch ganz einfach ein Geschenk daraus machen? Oder? 
Also gut. Ich benötige 4 Einschlagpfähle, ein gebrauchter liegt noch im Garten, also noch 3 Einschlagpfähle.
Und die 3 verzinkten Einschlagpfähle lagen dann tatsächlich Heiligabend schön bunt verpackt unter'm Weichnachtsbaum.
Der Anfang für die Wildbienenwand war also gemacht, jedenfalls für's erste, soweit es das Material betraf.
Weil ich viele, ja sehr viele Löcher bohren wollte, kaufte ich mir beim Discounter ein hundertteiliges Bohrerset. Hätte ich mir nur etwas Vernünftiges gekauft!!! Die Holzbohrer waren schon bald nicht mehr brauchbar. Die Stahlbohrer waren kaum besser. Einsame Spitze waren die Vidiabohrer. Als ich ein paar Löcher in einen nicht gehärteten Ziegelstein bohren wollte, rutschte ich ab und der Bohrer war sofort verbogen! Es war wohl deutsches Bierbüchsenblech, in China "veredelt" und in Deutschland verschleudert.
Da habe ich wohl am falschen Ende gespart. Aber sehen Sie selbst:
Der beste Standort für ein Insektenhotel
ist ein warmes und möglichst windgeschütztes Plätzchen,
daß vor allem trocken sein muß.
Regen geht gar nicht!
Wer auf die Bezeichnung Insektenhotel gekommen ist, weiß ich nicht.
Es gibt aber noch viele andere Begriffe mit quasi immer der gleichen Bedeutung, wie zum Beispiel
Insektenasyl, Insektenkasten, Insektenhaus, Insektenwand, Insektennistwand, Wildbienenwand,
Insektenwohnung, Insektenunterkunft, Wildbienenhaus, Solitärbienenwand.
Nisthilfen und Überwinterungshilfen nutzen unter anderen:
Bienen: Blattschneiderbienen, Löcherbienen, Mauerbienen, Scherenbienen, Pelzbienen, Kegelbienen
Wespen: Blattlauswespen, Mauerwespen, Lehmwespen, Goldwespen, Schlupfwespen
Florfliegen kommen nur zur Überwinterung
Proviant und Vorräte: Blattläuse, Larven, Pflanzenteile (Blattschnitte), Pollen, Spinnen
Verschlußmaterial für die Öffnungen: Mörtel aus Lehm, Sand oder Ton, Harz, Steinchen, Sekret, Speichel oder Pflanzenfasern wie sie zum Beispiel in trockenen Kuhfladen (erprobt!) vorhanden sind!
Bei Naturspaziergang.de
gibt es gute Beschreibungen und Fotos vieler Arten.
Bewohner markhaltiger Stengel wie bei Wildbienen.de beschrieben: Distel, Königskerze, Buschmalve, Beifuß, Brombeere, Holunder
Keulhornbienen, Maskenbienen, Mauerbienen, Wollbienen, Blattschneiderbienen, Löcherbienen, Düsterbiene |
Das vielleicht kleinste Insektenhotel befindet sich in vielen Fensterrahmen. Moderne Isolierfenster haben kleine Belüftungslöcher für die hohlen Rahmen, um die Schwitzwasserbildung zu vermeiden. Diese Hohlräume werden gerne als Brutraum benutzt. Leider werden sie von ängstlichen oder unwissenden Menschen zugeklebt, weil sie meinen, daß die "gefährlichen" Insekten auf diese Weise in die Wohnung gelangen könnten. Keines der Insekten ist gefährlich. Sie suchen lediglich dunkle, trockene Räume zur Eiablage. Das Verkleben hat zudem den Nachteil, daß die Belüftung unterbrochen wird, was sogar zur Schimmelbildung beitragen kann. Im Übrigen ist es ein schönes Schauspiel, wenn man auf dem Balkon sitzend der emsigen Arbeit der kleinen Flieger zuschauen kann.
 Der linke Nistkasten hängt in einer Kleingartenanlage in Hamburg. Er wurde mit einem Lappen zugestopft. Vermutlich hatten sich Wespen oder Hornissen darin angesiedelt. Direkt vor der Gartenlaube und mitten in den schönen Früchten der Weintrauben hat das den Kleingärtner wohl erheblich gestört und er hat das Einflugloch einfach zugestopft. Ein anderer Kleingärtner nur wenige 100 Meter weiter hatte da gleich zur chemischen Keule gegriffen und den Nistkasten mit Bauschaum ausgeschäumt. In beiden Fällen wäre vermutlich ein nächtliches Umhängen der Kästen problemlos möglich gewesen. Auch Nistkästen können schnell zur Insektenunterkunft werden. Hornissen und Wespen sind schließlich auch Insekten, zum Teil sind sie sogar geschützt. Leider können sie aber auch recht lästig werden, besonders einige Wespenarten.
Fotoalbum:
Insektenhotels "zum Mitnehmen"
Spankorbhotel - Kaffeepottasyl - Mohnkapselhaus -
Insektenasyl im Holzschlitz -
Hotel in der Marzipanschachtel - der erste Wintergast (Hornisse) - Sperrholzschachtel
Spinnen sind eher ungebetene "Gäste" am Insektenhotel
(Harlekinspringspinne?)
2009
                                                     
2010
      
     
       
Ein ungebetener Gast an der Insektenbude, der Trauerschweber
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Die ersten Mauerbienen (Osmia rufa) sind am 18. April an der Insektenbude eingetroffen. Mit der Paarung warteten sie nicht lange. Schließlich war der Winter 2009/2010 lang genug. In einem kleinen Kästchen in der Insektenbude baute die Sächsische Wespe (Dolichovespula saxonica) ein Nest. Leider wurde es nicht weitergebaut. Auch in einem Betonnistkasten für Kleinvögel baute eine Sächsische Wespe in der Nachbarschaft ein Nest. Es wurde vermutlich durch einen Specht zerstört und lag am Boden des Nistkastens. Die Raupe in der Brutröhre aus Plastik bewegt sich, wie im Video zu sehen ist. Der von ihr produzierte Kothaufen ist deutlich sichtbar. Wie es bei der Paarung bei den Roten Mauerbiene manchmal zugeht kann man bei diesem sehr interessanten Video sehen: "Alle Jungs auf ein Mädchen". |
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